Nebenleistung
Was ist eine Nebenleistung?
Der Begriff Nebenleistung bezeichnet zusätzliche Dienstleistungen oder Kosten, die neben der Hauptleistung (z. B. der Überlassung von Wohnraum) anfallen. In der Immobilienwirtschaft sind Nebenleistungen oft eng mit Betriebskosten, Instandhaltungen oder Serviceleistungen verbunden.
Relevanz der Nebenleistung in der Immobilienbranche
Nebenleistungen kommen in verschiedenen Bereichen der Immobilienwirtschaft vor, insbesondere bei:
- Mietverträgen: Zusätzliche Dienstleistungen, die der Mieter nutzt oder zahlen muss.
- Kaufverträgen: Notwendige oder optionale Zusatzkosten wie Maklergebühren oder Gutachten.
- Gewerbeimmobilien: Serviceleistungen wie Reinigung oder Sicherheitsdienste.
Die rechtliche Grundlage für Nebenleistungen findet sich u. a. in § 535 BGB (Mietrecht) sowie in der Betriebskostenverordnung (BetrKV).
Typische Nebenleistungen in Mietverträgen
Nebenleistungen können folgende Punkte umfassen:
Nebenleistung | Beispiel | Wer zahlt? |
---|---|---|
Betriebskosten | Heizkosten, Wasser, Müllabfuhr, Hausmeister | Mieter (Nebenkostenabrechnung) |
Instandhaltungskosten | Kleinreparaturen, Wartung von Anlagen | Meist Vermieter, teils Mieter bei Kleinreparaturklauseln |
Sonderleistungen | Reinigungsservice, Concierge, Sicherheitsdienst | Mieter oder Vermieter, je nach Vertrag |
Verwaltungskosten | Gebühren für Mietverwaltung (bei Gewerbeobjekten) | Meist Vermieter |
Stellplatzgebühren | Miete für Tiefgarage oder Parkplatz | Mieter |
👉 Wichtig: Nebenleistungen müssen vertraglich geregelt sein. Ohne eine klare Vereinbarung kann der Vermieter keine zusätzlichen Kosten auf den Mieter umlegen.
Nebenleistungen beim Immobilienkauf
Auch beim Erwerb einer Immobilie fallen Nebenleistungen an. Dazu gehören:
- Notarkosten: Beurkundung des Kaufvertrags
- Grunderwerbsteuer: Steuer beim Immobilienkauf
- Maklerprovision: Falls ein Makler involviert ist
- Gutachten: Falls eine Immobilienbewertung oder ein Baugutachten erforderlich ist
- Finanzierungsnebenkosten: Gebühren für Grundbucheintrag oder Bankdarlehen
Kostenhöhe:
Beim Immobilienkauf können die Nebenleistungen schnell 10–15 % des Kaufpreises betragen. Käufer sollten diese Kosten frühzeitig einkalkulieren.
Unterschied zwischen Nebenleistungen und Nebenkosten
Viele verwechseln Nebenleistungen mit Nebenkosten. Der Unterschied:
- Nebenkosten sind laufende Kosten, die für den Betrieb der Immobilie anfallen (z. B. Heizung, Strom, Wasser).
- Nebenleistungen umfassen zusätzliche Dienstleistungen oder einmalige Kosten, die nicht zwingend mit dem laufenden Betrieb verbunden sind.
👉 Beispiel:
- Die monatliche Müllabfuhrgebühr ist eine Nebenkostenposition.
- Die einmalige Sonderreinigung eines verschmutzten Treppenhauses kann eine Nebenleistung sein.
Nebenleistungen bei Gewerbeimmobilien
Im Gewerbemietrecht sind Nebenleistungen oft breiter gefasst. Häufige Beispiele sind:
- Facility Management: Gebäudeverwaltung, Sicherheitsdienste
- Reinigungsservice: Büro- oder Hallenreinigung
- Werbekostenumlage: Gemeinschaftliche Werbemaßnahmen in Einkaufszentren
- Verwaltungskosten: Abrechnung und Buchhaltung
Bei Gewerbeimmobilien können Nebenleistungen individuell ausgehandelt werden, während sie bei Wohnimmobilien stärker gesetzlich reguliert sind.
Mieterrechte & Pflichten zu Nebenleistungen
- Nebenleistungen müssen vertraglich vereinbart sein. Ohne explizite Erwähnung kann der Vermieter keine Kosten verlangen.
- Nebenleistungen dürfen keine versteckten Nebenkosten sein. Unklare Formulierungen im Mietvertrag können unwirksam sein.
- Kleinreparaturen müssen klar definiert sein. Eine Klausel „Mieter zahlt für alle Reparaturen“ ist unwirksam.
Tipp: Mieter sollten ihren Mietvertrag genau prüfen und sich ggf. rechtlich beraten lassen, wenn unklare Nebenleistungen aufgeführt sind.
Fazit
Nebenleistungen spielen eine wichtige Rolle im Miet- und Immobilienrecht. Sie umfassen zusätzliche Kosten und Dienstleistungen, die über die reine Nutzung der Immobilie hinausgehen. Besonders in Mietverträgen und beim Immobilienkauf können sie erhebliche finanzielle Auswirkungen haben. Eine genaue Prüfung und vertragliche Klarstellung sind daher essenziell, um Streitigkeiten zu vermeiden.