Teilverkäufer
1. Was ist ein Teilverkäufer?
Ein Teilverkäufer ist eine Person, die einen Teil ihrer Immobilie verkauft, um sofort Liquidität zu erhalten, jedoch weiterhin als Miteigentümer in der Immobilie bleibt. Meist geschieht dies mit spezialisierten Unternehmen, die sich als Miteigentümer eintragen lassen und ein monatliches Nutzungsentgelt (eine Art Miete) für die weitere Nutzung des Objekts verlangen.
2. Bedeutung des Teilverkaufs in der Immobilienbranche
Der Teilverkauf ist eine Alternative zum klassischen Hausverkauf oder zur Immobilienbeleihung. Er richtet sich vor allem an ältere Eigentümer, die ihr Vermögen nicht vollständig aufgeben, aber dennoch Kapital freisetzen möchten.
Typische Merkmale eines Teilverkaufs:
- Der Teilverkäufer verkauft in der Regel bis zu 50 % der Immobilie.
- Er bleibt weiterhin dort wohnen, aber das Unternehmen hält einen Miteigentumsanteil.
- Monatliche Nutzungsgebühr für den verkauften Anteil.
- Möglichkeit, den verkauften Anteil später zurückzukaufen oder vollständig zu veräußern.
3. Relevanz für verschiedene Zielgruppen
Für Eigentümer:
- Schafft kurzfristige Liquidität ohne vollständigen Eigentumsverlust.
- Ideal für Rentner, die ihre Rente aufbessern möchten.
- Immobilienbesitzer können selbst entscheiden, wann und wie sie den Rest verkaufen.
Für Investoren und Unternehmen:
- Unternehmen sichern sich Anteile an wertstabilen Immobilien.
- Durch spätere Vollverkäufe kann eine höhere Rendite erzielt werden.
- Geringere Einstiegshürden als bei einem direkten Immobilienerwerb.
Für Erben & Familien:
- Möglichkeit, Anteile zu vererben oder mit anderen Miterben einen strategischen Verkauf zu planen.
- Falls Erben kein Kapital für eine Auszahlung haben, kann ein Teilverkauf eine Lösung sein.
4. Praktische Anwendung & Beispiele
Beispiel 1: Rentnerpaar in München
Ein älteres Ehepaar besitzt eine schuldenfreie Immobilie in München im Wert von 800.000 €. Um ihre Rente aufzubessern, verkaufen sie 40 % der Immobilie für 320.000 € an eine Firma, zahlen aber eine monatliche Nutzungsgebühr von 3 % auf den verkauften Anteil.
Beispiel 2: Teilverkauf als Zwischenlösung
Ein Unternehmer hat eine Villa in Hamburg, braucht kurzfristig 500.000 € für eine neue Geschäftsinvestition. Durch einen Teilverkauf bleibt er flexibel und kann den Anteil später zurückkaufen, wenn das Geschäft floriert.
5. Risiken & Nachteile eines Teilverkaufs
✔ Kostenfalle: Die monatliche Nutzungsgebühr kann auf lange Sicht teuer werden.
✔ Wertsteigerung: Falls die Immobilie stark an Wert gewinnt, profitiert der Teilverkäufer nur anteilig.
✔ Rückkauf teuer: Beim Rückkauf muss oft ein höherer Preis gezahlt werden.
✔ Geringere Entscheidungsfreiheit: Miteigentümer müssen oft zustimmen, wenn größere Änderungen an der Immobilie geplant sind.
6. Alternativen zum Teilverkauf
Falls der Teilverkauf nicht die optimale Lösung ist, gibt es folgende Alternativen:
- Immobilienbeleihung: Kredit gegen die Immobilie aufnehmen, ohne Anteile zu verkaufen.
- Leibrente: Verkauf der gesamten Immobilie mit lebenslangem Wohnrecht.
- Privater Teilverkauf: Verkauf eines Teils an Familienmitglieder oder Investoren ohne Drittanbieter.
Fazit: Lohnt sich der Teilverkauf?
Ein Teilverkauf kann eine gute Möglichkeit sein, Kapital aus der Immobilie zu gewinnen, ohne sie sofort vollständig zu verkaufen. Allerdings sollten Eigentümer die langfristigen Kosten und die reduzierte Entscheidungsfreiheit genau prüfen. Alternativen wie eine Beleihung oder Leibrente können ebenfalls interessante Lösungen sein.